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Immer an der Wand lang – Ein Wohnviertel lebt mit moderner Kunst
Dass
ein Sommer nicht nur trübe Wetterberichte sondern auch farbenfrohe
Ausblicke bescheren kann, erlebten kürzlich die Bewohner der
GEWOG-Wohnungsbaugenossenschaft in Porz. Emsiges Treiben herrschte
plötzlich in so mancher Wohnung in den umliegenden Hochhäusern, um gut
verstaute Ferngläser hervorzukramen, mit denen man es sich dann auf der
Fensterbank gemütlich machte. Denn vor den Augen der Bewohner ließ der
Kölner Künstler Rolf Jahn an einem der Häusergiebel in der
Hazebrouckstraße ein großes Wandbild entstehen. Zwei raldystische Vögel
haben sich seitdem als neue Nachbarn in der Hazebrouckstraße
hinzugesellt. Sie bilden nur einen künstlerischen Akzent von vielen,
die die GEWOG-Wohnungsbaugenossenschaft seit vergangenem Jahr in ihren
Siedlungen an der Amselstraße, am Tambourskreuz und in der
Hazebrouckstraße durch den Maler Rolf Jahn setzen ließ.
Wenn Rolf Jahn seine Arbeiten vorstellt, konsultiert der Kunstbetrachter erst einmal insgeheim ein Lexikon. „Raldystische Kunst“ nennt der Maler sein Werk und ordnet sich mit der Gründung seiner eigenen Kunstrichtung – dem „Raldysmus“ - selbst in den Kunstbetrieb ein. Aus einem Bleistiftkringel, den er in einer unbewussten Linie auf ein Blatt Papier wirft, entstehen sie, Jahns Bilder. Dieser Primärkringel, den Rolf Jahn zu einer Figur, einem Zustand, einem Bild weiterentwickelt, ist die Basis für eine der vielen Geschichten, die seine Arbeiten erzählen. Er malt scheinbar Vertrautes, aber mit einem eigenen, unbekannten Ausdruck. In seinen Zeichnungen sieht man skurrile Gestalten aus sparsamen Bleistiftschwüngen. Oft setzt er die Zeichnungen auch in Acryl- oder Ölbilder um und platziert in ornamental gemusterte und monochrome Bildräume raldystische Fantasiegeschöpfe: stilisierte Tiere, insektenähnliche Lastenträger, Vögel, Läufer, menschliche Wesen in Symbiose mit tierischen Auswüchsen.
Rolf Jahn ist kein Künstler, der sich in die Isolation seines Kölner Ateliers zurückzieht, um seine Bilder entstehen zu lassen. Er ist nahbar, ein Künstler zum Anfassen, der mehrmals im Jahr neben seiner Ausstellungstätigkeit auch Malprojekte in Kliniken, Schulen, Kindergärten und sozialen Einrichtungen durchführt. Sein Kölner Arbeitsplatz ist seit nahezu 11 Jahren ein altes Ladenlokal in Nippes mit großen Fenstern, die den Raum von allen Seiten einsehbar machen. Der Künstler sitzt dort wie auf dem Präsentierteller und malt, zumeist in Interaktion mit Passanten, die ihm zuschauen oder gar zum ihm reinkommen, um ihre Gedanken zum entstehenden Bild und oft genug zum Leben an sich mitzuteilen. So ist der Atelierraum angefüllt mit Geschichten, die auf die eine oder andere Weise immer wieder auch Wege in das entstehende Bild finden. Dass Rolf Jahns Arbeiten seit einigen Jahren im Kölner Stadtbild zu finden sind, ist eine logische Erweiterung des Selbstverständnisses dieses Künstlers, der über sich selbst sagt: „Ich lebe Kommunikation.“ So finden sich seine farbenfrohen Motive auch an diversen Trafostationen der Kölner Versorgungsgesellschaft RheinEnergie wieder, für die der Künstler die Umgestaltungen der Stromhäuschen am Theodor-Heuss-Ring und in Immendorf vorgenommen hat. Und wer den Nippeser Wochenmarkt kennt, der kennt auch den von Rolf Jahn gestalteten Marktpavillon „Vögel der Welt“ auf dem Wilhelmplatz. Auch in Porz kannten die Anwohner und Passanten keine Berührungsängste. So hat Rolf Jahn wieder viele Gespräche geführt, die Menschen kamen spontan auf ihn zu, um sich ihm mitzuteilen.
„Ich freue mich, dass auch in Porz kleine Geschichten in meine Wandmalereien einfließen konnten“, sagt der Künstler. „Manche Leute haben mir erzählt, dass sie gerne kleine Umwege in Kauf nehmen, nur um an den Wandmalereien vorbeizuspazieren, weil sie sich an ihnen mit positiver Energie aufladen können. Die Motive und ihre Farbigkeit strahlen eine bestimmte Kraft aus. Das spüren die Menschen.“.
Atelier Rolf Jahn Simon-Meister-Str. 25d
50733 Köln-Nippes
Tel.: 0221-72 00 422
Mobil: 0179-6957040
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www.rolfjahn.de
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