Rhein-Lehrstunde mit Netzfischfang und Präsentation ökologisches Rheinlabor
Poller Maispill endet mit Fischfang und Zacheiesbegräbnis
Erstmals seit ca. 70 Jahren werden am Mittwoch, 16. Juni 2010 ab ca. 9:00 Uhr in Köln-Poll am Rhein wieder Ufer-Befischungen mit Netzen im Rahmenprogramm eines europäischen Naturschutzprojektes durchgeführt. Die gefangenen Fische werden untersucht und einer Schulklasse gezeigt, die zudem mit einer speziell eingerichteten Fähre von Poll nach Marienburg zum Ökologischen Rheinlabor auf dem Bootshaus der Universität Köln übersetzt, wo sie die Lebewesen des Rheins genauer „unter die Lupe nehmen“ werden..
Vor Ort unterstützt das Poller Maigeloog unter Führung von Reihmeister Hans Burgwinkel in Zusammenarbeit mit Dr. Peter Beeck von der Stiftung Wasserlauf die Organisation der Veranstaltung. Sie hoffen auf interessante Ergebnisse insbesondere der Ufernetzbefischung, um den Kindern der Klasse 3/ 4 f der Gemeinschaftsgrundschule Poller Hauptstr. z.B. junge Barsche, Zander etc. aus dem Rhein zeigen zu können.Die Befischung wird vom Rheinischen Fischereiverband von 1880 e.V. und der Rheinfischereigenossenschaft NRW durchgeführt.
Die Schüler werden in zwei Gruppen geteilt und jeweils eine Gruppe wird mit einer Fähre aus Zündorf von Poll nach Marienburg über den Rhein gefahren.Auch die Schüler mit ihrer Klassenlehrerin Sandra Hoinkis dürfen einige junge Maifische in den Rhein aussetzen, nachdem sie die Patenschaft über die Maifische übernommen haben. Die Patenschaften wurden ermöglicht mittels Unterstützung durch die Firmen Auto-Laukat, Netcologne, Gerfer-Transporte und der Rheinfischereigenossenschaft NRW.Wolfgang Laukat fährt zudem den großen Pappmaché – Maifisch des Maigeloogs im Umzug von der Müllergasse zum Rhein. Der Umzug geht ab vom Gasthaus Schlömer, der ältesten Poller Gaststätte, dem früheren Fischerhaus. Schlömer war zudem der letzte Pächter der Fischereirechte in Poll und einer der letzten der früheren Poll Fischergruppen, der Gezaue.
Den Rahmen dieser besonderen Lehrstunden und des Maifischbesatzes nutzt das Poller Maigeloog, um das traditionelle mehrwöchige „Poller Maispill“, das dieses Jahr wieder ein „Maifischen“ und sogar ein zusätzliches „Maifischeinsetzen“ enthält, mit dem im letzten Jahr wieder eingeführten Zacheiesbegräbnis abzuschließen. Die Schulkinder nehmen auf dem Weg zum Rhein den Zacheies, der gegen 8:30 Uhr am Alt-Poller Wirtshaus, das auch zu den historischen Wirtshäusern in Poll zählt und als einziges noch einen Tanzsaal auf der 1. Etage („op de Läuv“) hat, auf die Straße geworfen wird, mit und lagern ihn als Zaungast beim offiziellen Maifischbesatz.
Als besonderen Gag, so der Reihmeister (Vorsitzender) des Maigeloogs, Hans Burgwinkel, wird nach Abschluss des offiziellen Teils der Kassenwart des Maigeloogs wieder einmal versucht werden, den Zacheies als Symbol jeglichen Übels und vor allem wegen finanzieller Sorgen während der diesjährigen Maifeiern auf traditionelle rheinische Art im Rhein zu ertränken.
Aber bereits vor 100 Jahren hatten sich die Fischer regelmäßig über die vielen Strohpuppen zur Kirmeszeit im Rhein und insbesondere in ihren Netzen beschwert, woraufhin diese Art des Zacheiesbegräbnisses verboten wurde.
Es ist also mit hoher Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen, dass das Maigeloog wieder auffällt und den Zacheies in der Erde begraben muss …
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